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Kampf gegen die Todesstrafe: Es geht um Mumias Leben


Mumia Abu Jamal, Jahrgang 1954, sitzt seit Juli 1982 in der Todeszelle. Das ehemalige Mitglied der Black Panther Party wurde am 9. Dezember 1981 in seiner Heimatstadt Philadelphia unter dem Vorwurf des Polizistenmordes verhaftet. Fest steht nur, daß er seinen Bruder Billy Cook in einer Verkehrskontrolle vor Mißhandlungen des weißen Polizisten Daniel Faulkner schützen wollte.


Am Ende der bis heute nie wirklich geklärten Auseinandersetzung lagen Mumia Abu-Jamal und Polizist Faulk­ner schwerverletzt auf dem Bürgersteig, der Schütze floh unerkannt vom Tatort. Faulkner erlag seinen Verletzungen, die Staatsanwaltschaft erklärte den stadtbekannten Polizeikritiker und politischen Aktivisten Abu-Jamal noch in der Nacht zum Täter. Konstruierte Beweise und erpreßte Falschaussagen lieferten im Juli 1982 das angestrebte Todesurteil nach.


Seit 1995 kämpft Abu-Jamal um die Wiederaufnahme seines Verfahrens. Möglich wurde das erst durch eine wachsende internationale Solidaritätsbewegung und ein aus Spenden finanziertes Team von Vertrauensanwälten. Juristisch schwinden die Aussichten auf einen neuen und fairen Prozeß, seit der Oberste Gerichtshof der USA am 6. April 2009 den Weg zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens ohne jede inhaltliche Begründung juristisch endgültig verbaut hat. Nun geht es nach der Gerichtssommerpause ab Oktober nur noch um die Frage, ob sich die Staatsanwaltschaft mit ihrem fanatischen Hinrichtungswillen durchsetzt oder der Oberste Gerichtshof anordnet, daß in einem neuen Juryprozeß wenigstens noch über das Strafmaß neuverhandelt wird. Dabei könnte am Ende eine Verurteilung zur lebenslanger Haft herauskommen. Das eröffnete Verteidigung und internationaler Solidaritätsbewegung wenigstens die Möglichkeit, weiterhin für die Freiheit Abu-Jamals zu kämpfen.


Entscheiden die obersten Richter aber auch in dieser Frage gegen Abu-Jamal, wäre es an Gouverneur Ed Rendell, der früher als Staatsanwalt gegen den kritischen Journalisten ermittelt hat, einen neuen Hinrichtungsbefehl zu unterzeichnen. Konnten die ersten beiden Befehle 1995 und 1999 noch verhindert werden, weil der Berufungsweg offen stand, so werden diese Einspruchmöglichkeiten ab Herbst ausgeschöpft sein. Die weltweite Solidaritätsbewegung steigert deshalb derzeit ihre Aktivitäten, um die Hinrichtung politisch zu verhindern. Die Verteidigung bereitet dazu eine Petition an US-Präsident Obama vor, die in Kürze ins Internet gestellt wird und auch per Post an die US-Regierung geschickt werden kann.


  • Von Jürgen Heiser


Informationen von Verteidigung und Solidaritätskampagne:


Quelle: jW, 8.08.2009

 

+Mumia Abu-Jamal akut von Todesstrafe bedroht - Widerstand wächst+

Hoffnung auf neue U.S. Supreme Court Richterin Sotomayor



Die neue Richterin am Supreme Court der Vereinigten Staaten, Sonja Sotomayor, hat gestern ihr erstes Urteil mit verfasst und gegen die Hinrichtung eines verurteilten Auftragsmörders gestimmt. Das gleiche Gericht hat vor drei Tagen im umstrittenen Fall des afro-amerikanischen Todestrakt Insassen Troy Davis eingelenkt und eine neue juristische Untersuchung unter Berücksichtigung der neuen Unschuldsbeweise angeordnet.


Im Fall des Journalisten Mumia Abu-Jamal allerdings hat der Supreme Court trotz massiver Hinweise auf die tatsächliche Unschuld Abu-Jamals abgelehnt, sich mit dem Fall zu befassen und damit den Weg für ein neues Verfahren frei zu geben. Über den noch offenen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Wiedereinsetzung der Todesstrafe wird das Gericht in den nächsten Wochen entscheiden.


Damit ist das Leben Abu-Jamals, der seit 27 Jahren im Todestrakt sitzt, in akuter Gefahr.


Namhafte Bürgerrechtsorganisationen, unter ihnen der N.A.A.C.P. oder die Kampagne zur Beendigung der Todesstrafe (CEDP) verlangen von U.S. Justizminister Eric Holder, den Rassismus der Justiz am Beispiel von Mumia Abu-Jamal zu untersuchen. [www.iacenter.org/mumiapetition/]


Die Forderung nach endgültiger Aufhebung der Todesstrafe gegen Mumia Abu-Jamal und nach einem neuen, fairen Prozess wird immer lauter. Im April forderte Klaus Staeck, der Leiter der Akademie der Künste in Berlin in einer Podiumsveranstaltung und Mumias Anwalt Robert R. Bryan zusammen mit Frankreichs früherer Präsidentengattin Danielle Mitterand dazu auf, sich für Mumias Leben und Freiheit einzusetzen. Auch das US-amerikanische und bundesdeutsche P.E.N. Zentrum schlossen sich dem an. Amnesty International hat seine Forderung nach einem neuen Verfahren für Abu-Jamal erneut bekräftigt.


Seit Anfang Juli reist eine Infotour des Berliner FREE MUMIA Bündnisses und der Roten Hilfe e.V. durch die Bundesrepublik, um mit Interessierten vor Ort über konkreten Widerstand gegen die drohende Hinrichtung von Mumia Abu-Jamal zu nachzudenken.


Vereinbart wurde bisher ein dezentraler Aktionstag für den dritten Tag nach Bekanntgabe der Wiedereinsetzung der Todesstrafe. Einrichtungen der US-Regierung sollen spüren, dass von der neuen Regierung ein Einschreiten gegen den sich abzeichnenden Justizmord erwartet wird. Außerdem wird es im Falle eines Hinrichtungsbefehls eine bundesweite Demonstration am letzten Samstag davor zur Berliner US-Botschaft geben. Ähnliche Pläne gibt es in den USA, Griechenland, Frankreich und Mexiko.


Abu-Jamals Verteidigung ruft dazu auf, ihm in den Todestrakt zu schreiben. Jede behördlich registrierte Zusendung macht deutlich, wie stark das Interesse an Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal auch nach über 27 Jahren immer noch ist.


  • Freiheit für Mumia Abu-Jamal!
  • Abschaffung der Todesstrafe überall!



Quelle: Pressemitteilung (19.8.2009) vom Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal! im HdD Greifswalderstr.4 10405 Berlin


+und nochwas:+


....vor wenigen Tagen waren einige Berliner Mumia-Aktivist_innen auf einer Demo in Magdeburg, um die Forderung nach Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung für Oury Jalloh zu unterstützen. Sie hielten dort auch (wie auf der Infotour vorgeschlagen) einen Redebeitrag über Mumia und die aktuelle Mobiliserung.


Da er uns gut gefällt, möchten wir ihn auch an euch schicken. Vielleicht gibt der Beitrag Anregungen.


Ihr findet ihn hier:


Es war eine Ergänzung zu einem Indymedia Artikel über die Demo in Magdeburg an sich:


 

 


+Aktiv werden+


Es geht jetzt darum, trotz zu erwartenden Sommerloches selbst aktiv zu werden. Vorbereitungen zur Unterstützung von Mumia sind jetzt besonders wichtig, da im schlimmsten Fall einer Bestätigung der Todesstrafe vermutlich nur wenig Zeit bis zu einem Hinrichtungsdatum bleiben wird. Daher werden wir jetzt wieder häufiger Material in die Download Rubrik auf unsere Webseite stellen, dass zur Öffentlichkeitsarbeit benutzt werden kann. Einfach ausdrucken, koperien und selbst verteilen. Text zur aktuellen Situation von Mumia (eine A4 Seite):


Quelle: Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal!

 

 


+Als Journalist in der Hölle+


'+Wie der seit Jahrzehnten im Todestrakt Gefangene seine Artikel verfaßt. Wie er sich gegen Schikanen wehrt. Und wie das Leben im Knast manches Mal die ganz bitteren Themen liefert+'


  • Von Mumia Abu-Jamal


Wie in jeder Wochenendausgabe veröffentlicht junge Welt auch heute Mumia Abu-Jamals Kolumne - die 450. in Folge seit dem 16. Dezember 2000. In dem Text, der diesmal den doppelten Umfang hat, erläutert der jW-Kolumnist seine Arbeitsbedingungen im Todestrakt der US-Strafanstalt Greene in Waynesburg, Pennsylvania.

Als junger Reporter für einen Lokalsender des National Public Radio (NPR), einem in den USA landesweit ausgestrahlten öffentlichen Hörfunknetzwerk, gehörten Wohnungsprobleme zu meinen Themen. In Philadelphia, der ältesten Stadt der Vereinigten Staaten, war kein Mangel an Geschichten über schlechte Wohnverhältnisse. Das war mein Revier. Ganze Stadtviertel wurden dem permanenten Verfall preisgegeben, vor allen in den Stadtteilen, in denen Schwarze, Puertoricaner und arme Weiße lebten. Es sind natürlich gerade diese Geschichten, die einem beim Blick zurück die Vergangenheit deutlicher in Erinnerungen geblieben sind als der Rest.


Obwohl ich über verschiedene Gegenden meiner Heimatstadt berichtete, sind doch die Ereignisse aus dem einen oder anderen Stadtviertel mittlerweile im großen Ozean der Zeit untergegangen. Eine Ausnahme bilden die Mieterproteste eines Mehrfamilienhauses in Southwest-Philadelphia, an dem ich jahrelang vorbeifuhr, ohne meinen Fuß hineinzusetzen. Das änderte sich erst, als ich den Job bekam, über den Kampf der Mieter zu berichten.


Von außen sah dieses Haus attraktiv und unverwechselbar aus. Durch seine Architektur und die reichverzierte Fassade, die noch von einer anderen Epoche zeugten, setzte es sich ab von den Nachbarhäusern. Als es errichtet wurde, waren die daran beteiligten Handwerker noch Künstler, die sich die Zeit nahmen, nicht nur das Mauerwerk hochzuziehen, sondern ihr Werk auch schön aussehen zu lassen.


Nachdem eine Kontaktperson mich über den bevorstehenden Streik informiert hatte, machte ich mich sofort auf den Weg dorthin und betrat das Haus zum ersten Mal. Sein innerer Zustand ließ meinen Atem stocken. In Räumen, in denen Kinder schliefen, hingen die Zimmerdecken bedrohlich herunter. Die Toiletten waren verstopft, generell waren Reparaturen an allen Ecken und Enden nötig, aber seit langem unterblieben, weswegen das Haus für seine Bewohner ein einziger Gefahrenherd war. Die Wortführer des Streiks, mit denen ich sprach, waren verständlicherweise außer sich vor Wut.


Als ich Jahre später noch einmal über diese Begebenheit nachdachte, dämmerte es mir, daß damals nicht in erster Linie die schlechten Wohnverhältnisse das Thema waren, sondern der Widerstand dagegen. Der gab meinem Bericht seine Bedeutung, weil er das Alltagsleben von Menschen aus der Arbeiterklasse zeigte, die sich gegen das Unrecht unangemessener und unerträglicher Lebensverhältnisse zur Wehr setzten.


Seit ich mich nun in den stürmischen Unbilden des US-Gefängnissystems bewege, ist hier mein Revier. An diesen Orten gibt es Tausende Menschen und deshalb auch Tausende von Geschichten, die niemals knapp werden. Manchmal sind es die Fälle, die einen Menschen an diesen Ort gebracht haben, aber mehr noch die juristischen Prozeduren, die sie hierherbrachten. Wie das Herstellen von Wurst, so ist auch das Gerichtsverfahren in den USA bei näherer Betrachtung ein schmutziger und häßlicher Vorgang. Ich habe über ungerechte und falsche Anklagen geschrieben, über entsetzliche Brutalität, atemberaubende institutionelle Dummheit und über Grausamkeiten, die einem das Blut in den Adern gerinnen lassen.


1995 wurde ich von der Gefängnisleitung disziplinarisch bestraft. Man warf mir vor, in der Haft »dem Gewerbe des Journalismus nachzugehen«. Erst nach jahrelangem juristischen Gerangel, einschließlich eines wochenlangen Zivilgerichtsverfahrens, dem ich in Handschellen und Fußfesseln beiwohnen mußte, die so eng angelegt waren, daß meine Gelenke anschwollen und bluteten, trug ich schließlich den Sieg davon, weil der erste Zusatzartikel zur US-Verfassung die Meinungs- und Pressefreiheit und so meine Arbeit als Journalist auch im Gefängnis schützt. Die Sache, um die es bei meiner Klage dabei ging, war diese langwierige Auseinandersetzung jedenfalls wert.


Seit vielen Jahren bedeutet für mich das Verfassen eines Artikels, ihn tatsächlich zu schreiben. Mit einem Kugelschreiber. Auf Knastpapier. Manchmal mit einem zehn Zentimeter langen Flexpen (das ist ein Stift mit einer Tintenpatrone, bei dem der Schaft aus transparentem Gummi besteht, mit zwei ebenfalls aus Gummi hergestellten Kappen an beiden Enden; aus einer schaut die fünf Millimeter breite Feder hervor). Damit schreibt man wie mit einer weichgekochten Nudel. Zwei meiner Bücher habe ich mit solchen Instrumenten geschrieben. Die Manuskriptseiten wurden dann draußen von Freunden oder Lektoren abgetippt.


Im Gefängnissystem ist die Morgendämmerung des Computerzeitalters noch lange nicht angebrochen - jedenfalls in Pennsylvania. Manchmal muß ich schmunzeln, wenn ich Briefe von Leuten erhalte, die mir ganz unbedarft ihre E-Mail-Adresse oder Website mitteilen. Daraus entnehme ich, daß sie wirklich glauben, ich hätte einen Computer hier in meiner Zelle oder zumindest Zugang zu einem und zum Internet.


Leider nein. Nicht nur, daß es hier keine Computer gibt, es gibt auch keine iPods, CDs oder Audiokassetten (obwohl im Anstaltsladen Kassettenrekorder zum Kauf angeboten werden!). Wir befinden uns im Grunde auf der Entwicklungsstufe von Dinosauriern, leben in einem anderen Zeitalter, Lichtjahre entfernt vom Leben der Menschen draußen.


Vor kurzem wurde ein Gefangener namens Amin (Harold Wilson), der fast zwei Jahrzehnte in der Todeszelle zubringen mußte, freigelassen, weil er sich die Wiederaufnahme seines Verfahrens erkämpft hatte und im neuen Prozeß von mehreren unrechtmäßigen Mordanklagen freigesprochen wurde. Er verließ das Kreisgefängnis in Philadelphia mit nichts als seiner irdischen Habe, die in einen Müllsack paßte, und einer Busfahrkarte. Ein anderer Gefangener aus der Gegend, ein puertoricanischer Bruder, der gleichzeitig nach einer Kurzstrafe entlassen wurde, sah die Ratlosigkeit in Amins Gesicht und bot ihm sein Mobiltelefon an, um jemanden anzurufen. Amin starrte auf den kleinen Apparat in seiner Hand und fragte: »Was mache ich damit?« Er hatte absolut keine Ahnung, was er mit dem komischen Ding anfangen sollte, weil er nie zuvor eins gesehen oder in der Hand gehalten hatte. Als er mir später davon erzählte, sagte er: »Mann, das kam mir vor wie?n Ding direkt aus Star Trek!«


Manchmal fliegen mir die Geschichten auch völlig ungebeten und ungewollt zu. Bill Tilley, ein heiterer Gefangener, den alle mochten und der sich ständig als lawyer (in etwa: Knastanwalt) für andere Gefangene einsetzte, war es vor ein paar Monaten leid, sich seinen Kopf immer wieder an den grauen Betonmauern der Justiz blutig zu rammen. Außerdem befürchtete er, daß seine schlimmer werdenden körperlichen Beschwerden Vorboten einer Krebserkrankung waren. Eines Tages stand er morgens auf, band die Schnürsenkel seiner Joggingschuhe zu einem Strick zusammen, knotete ihn an das Stahlgitter seiner Zellenbelüftung und erhängte sich damit.


Nach seinem Tod liefen Gerüchte durch den Trakt, Bill sei tatsächlich an Krebs erkrankt gewesen, das medizinische Anstaltspersonal habe ihn aber darüber im unklaren gelassen. Schließlich war er Gefangener im Todestrakt, und der Staat wirft kein Geld für einen Patienten aus dem Fenster, der sowieso bald sterben muß.


Noch Wochen vor seinem Tod hatte Tilley ein paar Freunden gesteckt, daß er wegen seiner heftigen Beschwerden den Verdacht hege, er litte an Krebs. Aber egal, ob das nun zutreffend war oder nicht, die Schmerzen hatten ihn so sehr gepeinigt, daß er hinzufügte: »Sowas möchte ich nie - niemals! - wieder erleben!«


Wir verstanden damals nicht, daß er uns damit eigentlich seine Absicht offenbart hatte, Selbstmord zu begehen. Vielleicht hat er nur mit anderen Worten ausgedrückt, daß er weniger den Tod, sondern mehr den Schmerz fürchtete. Er starb kaum zehn Meter von der Zelle entfernt, in der diese Worte niedergeschrieben werden. Ich schrieb die Story auf, aber das war alles andere als ein Vergnügen.


Es gibt Tausende und Abertausende dieser Geschichten in diesem »Haus der Pein«, und ich habe Hunderte davon niedergeschrieben. Hier in meinem verborgenen Revier, in das auch die unerschrockensten Journalisten nicht vordringen können. Ja, das ist mein Revier. Und ich werde diesen Job hier mit der gleichen Gründlichkeit und Professionalität erfüllen wie seinerzeit draußen. Denn auch wenn dies hier eine verborgene Welt ist, die sich allen Blicken entzieht, so ist sie doch auch eine öffentliche Welt, weil sie mit den Steuergeldern der Bürger geschaffen wurde.


Sollte die Öffentlichkeit nicht erfahren, was mit ihrem Geld geschieht" Nach Kräften erstelle ich mehrmals im Monat meine Arbeiten und biete sie an - in geschriebener oder per Telefon übermittelter gesprochener Form, für Zeitungen, Radiosendungen oder Sammlungen meiner Kolumnen und Essays in Buchform. Ich kämpfe dagegen, daß ich hier sein muß, aber bin ich hier. Und solange ich hier bin, heißt das für mich: »The beat goes on«.


  • Übersetzung: Jürgen Heiser


Quelle: jW, 8.08.2009



Weitere Berichte:



Im ND erschien an Mumias 55. Geburtstag vor wenigen Tagen ein ganzseitiger Artikel, welcher die Geschichte und Hintergründe sehr gut zusammenfasst:


Ebenfalls am 24. April, dem Geburtstag von Mumia, veröffentlichte die Mumia-Hörbuchgruppe einen Artikel über die Haftbedingungen im Todestrakt von Pennsylvania:



 

Online-Proteste und mehr


New Yorker Petition an den Justizminister der USA


Während wir noch auf die angekündigte Petition von Mumias Verteidigung an Präsident Obama warten, möchten wir noch einmal auf die New Yorker Online Petition an den Justizminister der USA aufmerksam machen. Ziel dieser Petition ist es, eine offizielle Untersuchung von Rassismus und politischer Einflussnahme durch die US-Justiz in Mumia Abu-Jamals Fall zu erreichen. Der Justizminister Eric Holder wird auf den Geburtstagsfeiern der Bürgerechtsvereinigung NAACP reden und garantiert mit Mumias Fall konfrontiert werden. Der NAACP hatte sich gerade in jüngster Vergangenheit stark für Mumia als auch für Troy Davis (siehe unten) eingesetzt. Außerdem unterstützt inzwischen auch ein Congress Abgeordneter und viele bekanntere Personen des öffentlichen Lebens diese Initiative. Sie soll Mitte September offiziell überreicht werden.


Es gibt inzwischen auch eine deutsche Übersetzung des Textes mit weiterführenden Links zum unterschreiben:


Auf der Webseite des New Yorker FREE MUMIA Bündnis stehen auch schon einige weltweite Unterstützer_innen für diese Petition:


Weitere Online Proteste:

  • Mumias Verteidigungsteam kündigt seit einiger Zeit an, eine Petition an Barack Obama zu veröffentlichen. Ziel ist es, die Regierung der USA zum öffentlichen Eintreten gegen Rassismus in der US-Justiz am Fall von Mumia Abu-Jamal zu bewegen. Sobald diese öffentlich ist, werden wir sie auch an dieser Stelle veröffentlichen.
  • Das New Yorker FREE MUMIA Bündnis hat vor wenigen Tagen eine Online Petition an US-Präsident Obama und verschiedene andere Minister im Weißen Haus gestartet. Ziel ist es, eine Untersuchung der Rechtsbrüche und besonders des Rassismus in der Justiz gegen Mumia Abu-Jamal zu erreichen. Die Petition befindet sich hier: www.iacenter.org/mumiapetition
  • Immer noch läuft die Online Petition an den Supreme Court der USA. Über 4000 Unterschriften wurden dort bereits eingeschickt. In dieser Petition wird das Gericht aufgefordert, Mumia endlich ein neues Verfahren zu geben. Da die Verteidigung Antrag auf nochmalige Anhörung gestellt hat, macht diese Petition bis zu einer möglichen Ablehnung dieses Antrages noch Sinn. Die Petition befindet sich hier: www.petitiononline.com/supreme/petition.html. Eine deutsche Übersetzung der Petition befindet sich hier: www.zmag.de/nachrichten/mumia-abu-jamal-online-petition


Online-Aktion gegen Wiederaufnahme der Todesstrafe im US-Bundesstaat Maryland


USA: Maryland vor erneuten Hinrichtungen" Todesstrafengegner fordern zu Eilaktionen auf - Ab dem 3. Juli steht eine deutschsprachige Infoversion bereit. Bitte lest und verbreitet diesen übersetzten Aufruf der Kampagne gegen die Todesstrafe (CEDP) aus den USA:


 

 


Individuelle Proteste:

  • Schreibt Mumia in den Knast, auch wenn ihr es schon vorher getan habt. Da sämtliche Post durch die Zensur geht, ist es eine "staatlich gezählte Protestübergabe" gegen die fortgesetzte Inhaftierung Mumias im Todestrakt. Alle wichtigen Details befinden sich hier mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#SchreibtMumia
  • Falls ihr nicht an den nächsten Solidaritätsabenden für Mumias Verteidigung teilnehmen könnt, spendet an Mumias Verteidigung, damit sie in dieser schweren Phase finanziell unterstützt werden. Sie arbeiten ohnehin seit 2003 ohne Honorar. Aber allein die Antragsgebühren und Reisekosten zu Mandantengesprächen und Gerichtsterminen sowie die Korrespondenz verlangen Summen, die in der Vergangenheit nicht über Spenden abgedeckt werden konnten.
  • Besorgt euch den Film "In Prison My Whole Life" (UK 2007, Regie: Marc Evans, OmU) und führt ihn anderen Menschen vor. Auch wenn die jüngsten Ereignisse in diesem Film natürlich fehlen, vermittelt er alle wesentlichen Hintergründe, die zu der politisch und rassistisch motivierten Verurteilung von Mumia Abu-Jamal führten.

Kontakt für den Film ist das Heidelberger Netzwerk gegen die Todesstrafe, zu erreichen über anna.schiff[at]t-online.de


 

+Vorsicht Presse: SPIEGEL-ARTIKEL zu Mumia+


Aber auch die Gegenseite, die Mumia ermorden lassen will, schläft nicht. Unter aktiver Mithilfe des rechten Journalisten Michael Smerconish veröffentlichte Der SPIEGEL am 24.08.2009 einen sehr hetzerischen Artikel "Mythen - Die Feuer der Hölle".


Mumias Hauptanwalt Robert R. Bryan sagt dazu, dass zahlreiche Unwahrheiten in diesem Artikel über Mumia selbst als auch das US-amerikanische Rechtssystem geschrieben stehen. Ein "legal update" speziell dazu sei in Vorbereitung. Sobald es erschienen ist, wird es u.a. auch auf mumia-hoerbuch.de veröffentlicht werden.

Schwerpunkt werden die im Artikel aufgestellten falschen Behauptungen über Spendengelder und Mumias Aussageverhalten sein.


Generell ist dazu zu sagen, dass Der SPIEGEL einerseits schlecht recherchiert hat, andererseits sich aber klar der rechtsradikalen Polizeibruderschaft "Fraternal Order Of Police" (FOP) andient. Es scheint den Ordnungshütern dieses Landes und ihrem Staatsschutzverlautbarungsorgan nicht entgangen zu sein, dass momentan sehr viele Menschen über Mumias Kampf um Leben und Freiheit nachdenken. Die Bewegung umfasst anders als in den meisten anderen aktuellen Anti-Repressionskampagnen sehr viele Menschen unterschiedlicher politischer Überzeugungen. Der SPIEGEL versucht hier ganz klar, die Bewegung zu verunsichern und zu diffamieren, um weiteres Interesse zu verhindern.


Das wird ihnen nicht gelingen!



Wer sich über die Kritik an diesem Spiegelartikel genauer informieren möchte, kann uns um einen Mp3 Mitschnitt einer Radiosendung anschreiben, in der das vergangenen Montag ausführlich thermatisiert wurde. (Free.Mumia[ät]gmx.net)


Es gibt schon zahlreiche Leserbriefe in Bezug auf den SPIEGEL Artikel "Die Feuer der Hölle", Der Spiegel,Nr.35-24.8.09. Wir schicken euch als Anregeung einige davon weiter und möchten nochmal daran erinnern, dass es wichtig wäre, diesen Angriff auf Mumia Abu-Jamal auch im SPIEGEL selbst zurück zu weisen.


Wir sehen in dem Artikel den Versuch, der rassistischen Polizeribruderschaft FOP und ihren Chefagitatoren um Micheal Smerconish Schützenhilfe zu leisten, um die bürgerliche Öffentlichkeit auf eine Hinrichtung von Mumia einzustimmen. Sollten mehr Medien das aufgreifen, könnte das durchaus Schaden anrichten.


Daher unsere Bitte: Nehmt diesen Blödsinn ernst, auch wenn er mit der Realität unserer Kampagne für das Leben und die freiheit von Mumia Abu-Jamal eigentlich nichts gemein hat. Ihr könnt diese Lesernbriefe per e-mail über leserbriefe[ät]spiegel.de schreiben.


Mit solidarischen Grüßen,

Berliner Bündnis FREIHEIT für MUMIA ABU-JAMAL



Anton Mestin schrieb am 27.08.2009:


Sehr geehrte Damen und Herren beim Spiegel,


Ihr Anspruch auf eigenständige Recherche ist Ihnen bei dem Artikel über Mumia Abu-Jamal leider völlig abhanden gekommen. Zwar hat Cordula Meyer es gerade noch geschafft, auf "Unstimmigkeiten" im Verfahren des seit über 27 Jahren in einer 6qm kleinen Todeszelle inhaftierten Journalisten Mumia Abu-Jamal hinzuweisen, aber zu mehr Hintergründen haben die fünf Seiten Artikel dann leider doch nicht gereicht.


Mumia Abu-Jamal wird nicht nur deswegen von Millionen Menschen unterstützt, weil er ein kompetenter politischer Analyst und ansprechender Autor ist, sondern weil seine Verurteilung zum Tod 1982 auf absolut unbewiesenen Behauptungen basiert.


Zeuginnen wie Veronica Jones oder die Krankenhauswache Priscilla Durham haben ihre Aussagen längst zurückgezogen. Beide haben hinlänglich erklärt, wie sie unter Druck der Polizei in Philadelphia überhaupt dazu kamen, Mumia Abu-Jamal zu belasten. Die Unstimmigkeiten hören hier aber lange nicht auf.


Staaatsanwealt McGill nahm der Jury die Verantwortung für ein Todesurteil ab, in dem er sugerierte: "Der Angeklagte habe noch Berufung auf Berufung". Richter Sabo liess das durch gehen. In 13 anderen Verfahren haben höhere Instanzen diese von beiden oft angewendete Taktik als klaren Verfassungsbruch kassiert, nur bei Mumia Abu-Jamal nicht.


Die Frage drängt sich auf, warum eigentlich nicht?


In Ihrem Artikel wird mit keinem Wort die rechtsaussen Polizei Bruderschaft "Fraternal Oder of Police" (F.O.P.) erwähnt, deren Mitglied Richter Sabo bis zu seinem Lebensende war. Sie ist die treibende Kraft hinter der poitischen Kampagne, Mumia Abu-Jamal hinrichten zu lassen. Maureen Faulkner wird seit Jahrzehnten als Gallionsfigur missbraucht. Der Chefstratege und Medienmann Michael Smerconish ist das intelektuelle Sprachrohr dieser Bemühungen. Wie in seinem heutigen Artikel in den Philadelphia Daily News ( www.philly.com/dailynews/opinion/20090827_Michael_Smerconish__A_German_surrender__on_Mumia_.html ) unschwer zu erkennen ist, hat er Cordula Meyer bei ihrer "Recherche" unterstützt.


Dass der SPIEGEL versucht, Mumia Abu-Jamal als vermeintliche linke Ikone zu bagatellisieren und sich gleichzeitig zum Gehilfen einer auf Rassismus und Todesstrafenempathie basierenden Kampagne macht, ist sehr besorgniserregend.


Mit freundlichen Grüßen,

Anton Mestin, Berlin



Charlotte King schrieb ebenfalls am 27.08.2009:


Die Chefredakteure des Spiegel sowie Frau Cordula Meyer täten gut daran , ihren Lesern eine korrekte Recherche über den Fall Mumia Abu-Jamal zu offerieren! Aufgrund falscher (!) Fakten sollen Leser "diskutieren", ob Mumia Abu-Jamal schuldig oder unschuldig ist -das ist mehr als absurd! Wenn solch ein reißerischer Artikel die Auflage heben soll, dann ist das gewissenlos und hat mit seriösem Journalismus NICHTS zu tun! Charlotte King (keine Ortsangabe)



Petra Siemering schrieb am 26.08.2009:


Ich bin erschüttert darüber, mit welcher Ignoranz der Artikel über Mumia Abu-Jamal abgefaßt wurde. Süffisant werden Mumia-Unterstützer und Herr Abu-Jamal selbst diffamiert und verunglimpft. Kein Wort über die DRINGLICHKEIT der ABSCHAFFUNG der Todesstrafe in den USA -und weltweit! - Der Tod Daniel Faulkners ist tragisch - der Mumia Abu-Jamal -Prozess war ein rassistischer Prozess mit zur Falschaussage erpreßten "Zeugen", wie längst belegt ( s. z.B. Amnesty International)ist. Es geht und ging immer um einen FAIREN Prozess, in dem die Beweise für die von Mumia Abu-Jamals erklärte Unschuld vorgelegt werden können. Das ist Frau Cordula Meyer leider egal. Falsche "Fakten" und Unterstellungen werden aneinandergereiht; ich empfehle Frau Cordula Meyer dringend den Film "In Prison My Whole Life". Der Trailer ist unter www.inprisonmywholelife abrufbar.

Übel auch , den Begriff "Intellektuelle" in diffamierender Weise zu benutzen-,war im "Dritten Reich" gang und gäbe und umso erschreckender, nun im "Der Spiegel" diesen Stil vorzufinden! "Der Spiegel" mit seiner relativ hohen Auflage würde gut daran tun, Gegner der Todesstrafe -"Der erbärmlichsten Form des bewußten Mordes" -zu unterstützen! Biete Ihnen , Frau Meyer, gerne ein Gespräch zur Sache an.


  • von Petra Siemering



Im Online Diskussionsforum des SPIEGELs zur Todesstrafe (forum.spiegel.de/showthread.php?t=8358) veröffentlichte Annette Schiffmann am 27.08.2009 folgendes:


+Die falsche Fragestellung+


Wie schade, dass der Spiegel genau das tut, was er der Solidaritätsbewegung vorwirft - er reduziert den hochkomplexen Fall mit dem Titel dieses Forums auf eine Glaubensfrage.


Um die Frage nach Schuld oder Unschuld beantworten zu können, bräuchte man detaillierte Fakten zu Tathergang und Urteilsfindung - davon jedoch weit und breit keine Spur. Stattdessen Verlautbarungen und Bekenntnisse einzelner, die keinen anderen Sinn zu haben scheinen als den angeblich so verehrten Helden im Todestrakt von seinem mutmaßlichen Sockel zu zerren. Nun denn.


Das erzeugt ungute Gefühle auf den verurteilten Mörder und Mitleid mit der Witwe, aber der Wahrheitsfindung dient es nicht.

Wäre es einem Blatt, das sich als intellektuell begreift, nicht angemessen gewesen, die Frage nach der Todesstrafe an sich zu thematisieren? Zu fragen, ob und wenn ja, in welchen Fällen, sie vollstreckt werden sollte?

Wäre es nicht angemessen gewesen zu erwähnen, wie viele tausend Menschen in den USA, und zwar jahrzehntelang, in Todestrakten sitzen? Dass es wichtig und richtig wäre, diese Hölle zu beenden - egal, ob die Verurteilten schuldig sind oder nicht?


Wäre es nicht spannend gewesen, das Gefängnissystem in den Vereinigten Staaten genauer zu beschreiben und zu beleuchten und zu zeigen, wer dort auf welcher Seite der Gitter bzw. schalldichten Wände sitzt und warum? Und wer davon profitiert und warum?


Wäre es schließlich in dem Artikel selbst nicht hilfreicher gewesen, ein paar handfeste Gründe für die Forderung Abu-Jamals und all der verblendeten Prominenten nach einem neuen Verfahren aufzuzählen - die nie verwendeten Fotos des Fotografen am Tatort, die neuen, ungehörten Zeugen, den Amnesty Report zu all den verfassungswidrigen Verfahrensfehlern?

Und hätte man den hervorragenden Film von Marc Evans "In Prison My Whole Life" und das akribisch recherchierte Buch von Dr. Michael Schiffmann "Wettlauf gegen den Tod" nicht wenigstens erwähnen können, damit tatsächlich an den Fakten Interessierte sich selbst ein Bild verschaffen können?

Nein. Offensichtlich nicht. Warum nicht?

Mit Stimmungsmache statt Fakten strickt der Spiegel selbst den Mythos weiter, den er anprangert.

Und nimmt die Folgen für den Mann im Todestrakt billigend in Kauf.


  • von Annette Schiffmann - think queer - netzwerkagentur für kunst und kommunikation Heidelberg



Wir alle sollten uns eines vor Augen halten: über Mumia Abu-Jamals Leben wird in den nächsten Wochen oder Monaten entschieden werden. Wenn wir jetzt nicht alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, werden wir in Zukunft eventuell keine Möglichkeit mehr dazu haben.


Die Zeit für Mumia ist jetzt!


Schreibt Mumia in den Knast ( mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#SchreibtMumia ), bereitet selbst Aktionen vor ("Mumia 3+12") und schafft Öffentlichkeit.


Sollte es die Lynchjustiz wirklich wagen, die Todesstrafe gegen Mumia zu bestätigen, wird es am letzten möglichen Samstag vor einem Hinrichtungstermin eine große Protestdemonstration zur Berliner US-Botschaft geben.


  • Start: Oranienplatz, Berlin Kreuzberg, 14 Uhr


Verbreitet dieses Datum weiter!


WICHTIG:


Weitere Informationen von Verteidigung und Solidaritätskampagne:


Quelle: Berliner Bündnis FREIHEIT für MUMIA ABU-JAMAL, 2.09.2009

 


+Mumia Abu-Jamal akut von Todesstrafe bedroht - Widerstand wächst+

Hoffnung auf neue U.S. Supreme Court Richterin Sotomayor


Die neue Richterin am Supreme Court der Vereinigten Staaten, Sonja Sotomayor, hat gestern ihr erstes Urteil mit verfasst und gegen die Hinrichtung eines verurteilten Auftragsmörders gestimmt. Das gleiche Gericht hat vor drei Tagen im umstrittenen Fall des afro-amerikanischen Todestrakt Insassen Troy Davis eingelenkt und eine neue juristische Untersuchung unter Berücksichtigung der neuen Unschuldsbeweise angeordnet.


Im Fall des Journalisten Mumia Abu-Jamal allerdings hat der Supreme Court trotz massiver Hinweise auf die tatsächliche Unschuld Abu-Jamals abgelehnt, sich mit dem Fall zu befassen und damit den Weg für ein neues Verfahren frei zu geben. Über den noch offenen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Wiedereinsetzung der Todesstrafe wird das Gericht in den nächsten Wochen entscheiden.


Damit ist das Leben Abu-Jamals, der seit 27 Jahren im Todestrakt sitzt, in akuter Gefahr.


Namhafte Bürgerrechtsorganisationen, unter ihnen der N.A.A.C.P. oder die Kampagne zur Beendigung der Todesstrafe (CEDP) verlangen von U.S. Justizminister Eric Holder, den Rassismus der Justiz am Beispiel von Mumia Abu-Jamal zu untersuchen. [www.iacenter.org/mumiapetition/]


Die Forderung nach endgültiger Aufhebung der Todesstrafe gegen Mumia Abu-Jamal und nach einem neuen, fairen Prozess wird immer lauter. Im April forderte Klaus Staeck, der Leiter der Akademie der Künste in Berlin in einer Podiumsveranstaltung und Mumias Anwalt Robert R. Bryan zusammen mit Frankreichs früherer Präsidentengattin Danielle Mitterand dazu auf, sich für Mumias Leben und Freiheit einzusetzen. Auch das US-amerikanische und bundesdeutsche P.E.N. Zentrum schlossen sich dem an. Amnesty International hat seine Forderung nach einem neuen Verfahren für Abu-Jamal erneut bekräftigt.


Seit Anfang Juli reist eine Infotour des Berliner FREE MUMIA Bündnisses und der Roten Hilfe e.V. durch die Bundesrepublik, um mit Interessierten vor Ort über konkreten Widerstand gegen die drohende Hinrichtung von Mumia Abu-Jamal zu nachzudenken.


Vereinbart wurde bisher ein dezentraler Aktionstag für den dritten Tag nach Bekanntgabe der Wiedereinsetzung der Todesstrafe. Einrichtungen der US-Regierung sollen spüren, dass von der neuen Regierung ein Einschreiten gegen den sich abzeichnenden Justizmord erwartet wird. Außerdem wird es im Falle eines Hinrichtungsbefehls eine bundesweite Demonstration am letzten Samstag davor zur Berliner US-Botschaft geben. Ähnliche Pläne gibt es in den USA, Griechenland, Frankreich und Mexiko.


Abu-Jamals Verteidigung ruft dazu auf, ihm in den Todestrakt zu schreiben. Jede behördlich registrierte Zusendung macht deutlich, wie stark das Interesse an Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal auch nach über 27 Jahren immer noch ist.


  • Freiheit für Mumia Abu-Jamal!
  • Abschaffung der Todesstrafe überall!


Quelle: Pressemitteilung (19.8.2009) vom Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal! im HdD Greifswalderstr.4 10405 Berlin



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....vor wenigen Tagen waren einige Berliner Mumia-Aktivist_innen auf einer Demo in Magdeburg, um die Forderung nach Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung für Oury Jalloh zu unterstützen. Sie hielten dort auch (wie auf der Infotour vorgeschlagen) einen Redebeitrag über Mumia und die aktuelle Mobiliserung.


Da er uns gut gefällt, möchten wir ihn auch an euch schicken. Vielleicht gibt der Beitrag Anregungen.


Ihr findet ihn hier:


Es war eine Ergänzung zu einem Indymedia Artikel über die Demo in Magdeburg an sich:


Weitere Berichte:


Im ND erschien an Mumias 55. Geburtstag vor wenigen Tagen ein ganzseitiger Artikel, welcher die Geschichte und Hintergründe sehr gut zusammenfasst:


Ebenfalls am 24. April, dem Geburtstag von Mumia, veröffentlichte die Mumia-Hörbuchgruppe einen Artikel über die Haftbedingungen im Todestrakt von Pennsylvania:


MUMIA-NEWS (Stand: 13.10.2009)


  • NOW IS THE TIME: Die Zeichen verdichten sich, dass sehr bald eine Entscheidung über die mögliche Wiedereinsetzung der Todesstrafe gegen Mumia erfolgen kann. Mumias Hauptanwalt, Robert R. Bryan hat in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass er damit rechnet, dass Mumias Fall nach einer anderen Entscheidung über einen juristisch ähnlich gelagerten Fall eines Todestraktgefangenen aus Ohio fallen könnte. Am kommenden Dienstag wird nun dieser Fall SPISAK am US Supreme Court gehört. Es könnte sein, dass in diesem Zusammenhang auch eine Entscheidung zu Mumia veröffentlicht wird. In dem Jura-Journal "The Lgeal Intelligencer" erschien ein Artikel dazu in englischer Sprache: <a href="http://www.law.com/jsp/article.jsp....." target="__blank">www.law.com/jsp/article.jsp..... Es ist sicherlich ratsam, in den nächsten Tagen sehr oft unsere e-mails, Telefone etc. im Auge zu behalten.


  • "BESUCH IM TODESTRAKT" -- ROLF BECKER BEI MUMIA - Das heute in der Berliner Tageszeitung "junge Welt" veröffentlichte Gespräch ist jetzt auch auf unserer Website zu finden. Bitte hier lesen: www.freedom-now.de/news/artikel549.html


  • MUMIAS KOLUMNE ZU DEN KINDERRECHTEN - Der engagierte Korrespondent im Todestrakt setzt sich mit der Lage der Kinder und der Verletzung ihrer Menschenwürde und Menschenrechte auseinander und fordert uns zum Handeln auf. Bitte hier lesen: www.freedom-now.de/news/artikel548.html


  • AMNESTY INTERNATIONAL ZUM AKTUELLEN STAND DER TODESSTRAFENPRAXIS - Immer mehr Staaten lehnen die Todesstrafe ab, aber 58 Staaten von allen UN-Mitgliedsländern verhängen und vollstrecken die Todesstrafe immer öfter. Eine Bilanz von AI zum heuitegn Tag. Bitte hier lesen: <a href="http://www.amnesty.de/2009/10/8/...." target="__blank">www.amnesty.de/2009/10/8/....


  • REGINALD BLANTON, SEIT 1981 IM TODESTRAKT, SOLL AM 27. OKTOBER 2009 IN TEXAS HINGERICHTET WERDEN - Bitte unterstützt die Eingaben an die verantwortlichen Stellen! Wegen der Dringlichkeiten haben wir nur Informationen in englischer Sprache.Bitte hier lesen: www.myspace.com/freereggieb


  • T.O.P. TV (The Other Press)

Im September war ein Referent der Mumia Infotour zu Gast in der Fernsehsendung T.O.P. TV und hatte hier ausführlich Gelegenheit, über Mumia Abu-Jamal, die Hintergründe seiner Verhaftung sowie die aktuelle Situation zu reden. Eine Aufzeichnung des ca. 23 minütigen Beitrages gibt es hier im Internet: de.sevenload.com/sendungen/Top-TV-im-OKB/folgen/7gQhHiH-Free-Mumia-01. Vielleicht bietet dieser Beitrag Argumentationshilfen für Unterstützer_innen, die sich selbst überlegen, Vorträge etc. über Mumia Abu-Jamal zu halten.


  • Zwar weigern sich die bundesdeutschen Medien noch, konkret über Mumias Fall zu berichten, aber zumindest in Berlin lässt sich am Rande beobachten, dass die Mobilisierung für die Mumia-Proteste wahrgenommen wird. So z.B. im konservativen Tagesspiegel in seinem Bericht über die große Anti AKW Demo am 5. September: www.tagesspiegel.de/berlin/Gorleben-Anti-Atom-Demo-Mitte;art270,2892692 oder der Bundestagswahlanalyse der Berliner Zeitung, hier speziell über den Bezirk Neukölln: www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0929/berlin/0070/index.html. Wir denken, dass es im Ernstfall - also einem rechtskräftigen Todesurteil gegen Mumia - vergleichseweise "einfach" sein wird, mediale Öffentlichkeit durch Proteste herzustellen. Wenn sich viele Unterstützer_innen jetzt darauf vorbereiten, könnte diese mediale Öffentlichkeit dann auch dafür benutzt werden, zu der geplanten bundesweiten Demonstration nach Berlin zu mobilisieren.


Wir alle sollten uns eines vor Augen halten: über Mumia Abu-Jamals Leben wird in den nächsten Wochen oder Monaten entschieden werden. Wenn wir jetzt nicht alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, werden wir in Zukunft eventuell keine Möglichkeit mehr dazu haben.


Die Zeit für Mumia ist jetzt!


Schreibt Mumia in den Knast ( mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#SchreibtMumia ), bereitet selbst Aktionen vor ("Mumia 3+12") und schafft Öffentlichkeit.


  • DIE VERTEIDIGUNG BRAUCHT DRINGEND SPENDEN NOTWENDIGE NACHFORSCHUNGEN UND JURISTISCHE UNTERSUCHUNGEN! - Wie schon mehrfach erklärt, befindet sich die von Robert R. Bryan geleitete Verteidigung trotz der Spenden der letzten Monate, die wir vor allem mit tatkräftiger Unterstützung der Roten Hilfe e.V. sammeln und an Robert R. Bryan überweisen konnten, in einer prekären finanziellen Situation. - WIR BITTEN DESHALB HEUTE NOCH EINMAL EINDRINGLICH ALLE, "UM EINE GROSSZÜGIGE SPENDE IM RAHMEN IHRER MÖGLICHKEITEN", WIE ES ANGELA DAVIS IM AUFRUF AUSDRÜCKT, AUF DAS BREMER SONDERKONTO! Kompletten Spendenaufruf mit Kontoverbindung bitte hier nachlesen: www.freedom-now.de/news/artikel313.html



Weitere Informationen von Verteidigung und Solidaritätskampagne:


Quelle: AL-Red. / Berliner Bündnis FREIHEIT für MUMIA ABU-JAMAL, 2.10.2009


Nachrichten aus der FREE MUMIA Bewegung:


  • Mumia Abu Jamal: Kaiserslautrer Appell gegen die Todesstrafe gestartet - Am Montag, den 9.11.2009 hat das "Kaiserslautrer Bündnis für das Leben von Mumia Abu Jamal" seinen Appell für das Leben von Mumia Abu Jamal veröffentlicht. Der Text des Appells orientiert sich in großen Teilen an der Resolution des Münchner Stadtrats, die mit den Stimmen von SPD, FDP, den Grünen/Bündnis90, der ÖDP und der Partei "Die Linken" verabschiedet wurde (mehr Infos)


  • AKTUELLE STELLUNGNAHME DER VERTEIDIGUNG VON MUMIA ABU-JAMAL

Bitte hier lesen: www.freedom-now.de/news/artikel556.html


  • PETITIONEN AN US-JUSTIZMINISTER ERIC HOLDER WERDEN AM 12. NOVEMBER ÜBERREICHT -- ONLINE-UNTERZEICHNUNG NOCH MÖGLICH

Wir warten zwar immer noch auf den Beginn der online-Unterschriftensammlung unter die von Mumia und seiner Verteidigung entworfenen Petition, die sich an US-Präsident Barack Obama richtet, es kann aber nicht schaden, Eric Holder in den nächsten 5 Tagen noch zu einer »Civil Rights Investigation« aufzufordern. In einem Rundschreiben des »New Yorker Bündnisses zur Befreiung von Mumia Abu-Jamal« wird angekündigt, dass eine Delegation am 12. November die ausgedruckten Unterschriften unter die Petition an US-Justizminister Eric Holder übergeben wird. (Leider ist die bisherige Zahl der Unterschriften nicht bekannt, und die Zahl ist auch auf der Website nicht zu erkennen.) Gefordert wird ein Untersuchungsausschuss über den Rassismus in der US-Justiz am Beispiel von Mumias Verfahren. Die Petition selbst wurde mit starker Unterstützung (u.a. vom N.A.A.C.P) bereits im Juli 2009 im Weißen Haus abgegeben. Das Online Formular befindet sich hier: www.iacenter.org/mumiapetition/ - Eine deutsche Übersetzung zum Ausdrucken und Verteilen befindet sich hier: mumia-hoerbuch.de/mumiadeutsch.htm#petitionholder


  • DIE VERTEIDIGUNG BRAUCHT DRINGEND SPENDEN FÜR NOTWENDIGE NACHFORSCHUNGEN UND JURISTISCHE UNTERSUCHUNGEN!

Wie schon mehrfach erklärt, befindet sich die von Robert R. Bryan geleitete Verteidigung trotz der Spenden der letzten Monate, die wir vor allem mit tatkräftiger Unterstützung der Roten Hilfe e.V. sammeln und an Robert R. Bryan überweisen konnten, in einer prekären finanziellen Situation. WIR BITTEN DESHALB HEUTE NOCH EINMAL EINDRINGLICH ALLE, »UM EINE GROSSZÜGIGE SPENDE IM RAHMEN IHRER MÖGLICHKEITEN«, WIE ES ANGELA DAVIS IM AUFRUF AUSDRÜCKT, AUF DAS BREMER SONDERKONTO! Kompletten Spendenaufruf mit Kontoverbindung bitte hier nachlesen: www.freedom-now.de/news/artikel313.html


  • München für Mumia Abu-Jamal - Münchner Stadträte solidarisieren sich mit dem zum Tode verurteilten afroamerikanischen Bürgerechtler Mumia Abu-Jamal. Nach dem jW-Artikel folgt ein Bericht der Münchner Rote Hilfe Gruppe mit dem Resolutionstext

München. Die Mehrheit der Münchner Stadträte hat sich am Mittwoch in einer Resolution mit dem afroamerikanischen Bürgerechtler Mumia Abu-Jamal solidarisiert. Bei der Todesstrafe handele es sich um einen »barbarischen Akt staatlicher Gewalt«, so das Dekret. Sie werde dann zum Mord, wenn die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt sei, wie dies bei Mumia Abu-Jamal der Fall sei. Daher haben sich die Stadträte der weltweiten Solidaritätskampagne angeschlossen und ein neues faires Gerichtsverfahren gefordert. Mumia Abu-Jamal sitzt seit mehr als 27 Jahren in der Todeszelle in den USA. Angeblich soll er einen weißen Polizisten erschossen haben. Menschenrechtsorganisationen hatten eklatante Verfahrensmängel im damaligen Gerichtsprozeß aufgedeckt.(jW)

Bericht der RH München: Münchner Stadträte fordern ein neues, faires Gerichtsverfahren für Mumia Abu-Jamal - Am Mitt­woch, den 28. Ok­to­ber stand eine Re­so­lu­ti­on gegen die Hin­rich­tung von Mumia als ers­ter Ta­ges­ord­nungs­punkt auf der Voll­ver­samm­lung des Münch­ner Stadt­rats. Zuvor hat­ten SPD, Die Linke, Grüne, Rosa Liste, FDP und ÖDP sich auf eine ge­mein­sa­me Re­so­lu­ti­on ge­ei­nigt. Doch die CSU ent­deck­te ir­gend­ei­nen Form­feh­ler, warum diese Re­so­lu­ti­on nicht auf der Voll­ver­samm­lung ver­ab­schie­det wer­den kann. Nicht des­to­trotz wurde über einer Stun­de ? z. T. sehr hef­tig dis­ku­tiert. Nach 1,5 Stun­den wurde be­schlos­sen, daß die Stadt­rä­te, die die Re­so­lu­ti­on un­ter­stüt­zen, nach dem Voll­ver­samm­lung diese un­ter­schrei­ben sol­len, was auch ge­schah.

Hier der Text der ge­mein­sa­men Re­so­lu­ti­on: Re­so­lu­ti­on an­läss­lich der Voll­ver­samm­lung am 28. Ok­to­ber 2009 - Als Kom­mu­ne, die mit Über­zeu­gung rechts­staat­li­chen Grund­sät­zen folgt und sich für eine ge­rech­te und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung en­ga­giert, sieht Mün­chen die Ver­pflich­tung, sich welt­weit für den Schutz der Men­schen­rech­te zu en­ga­gie­ren und nicht weg­zu­se­hen, wenn staat­li­che Über­grif­fe die Men­schen­wür­de be­ein­träch­ti­gen. In die­sem Sinne hat sich die Lan­des­haupt­stadt Mün­chen immer wie­der für die welt­wei­te Ab­schaf­fung der To­des­stra­fe ein­ge­setzt, ins­be­son­de­re im Rah­men der In­itia­ti­ve ?Städ­te für das Leben ? Städ­te gegen die To­des­stra­fe?, an der sich meh­re­re Hun­dert Groß­städ­te aus allen Kon­ti­nen­ten be­tei­li­gen. Die To­des­stra­fe ist ein bar­ba­ri­scher, die Men­schen­wür­de miss­ach­ten­der Akt staat­li­cher Ge­walt. Sie wird dann zum Mord, wenn die Schuld­fra­ge nicht ein­deu­tig ge­klärt ist, wie dies im Fall von Mumia Abu-Ja­mal der Fall ist. Der afro-ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­list und Bür­ger­recht­ler sitzt seit über 27 Jah­ren in der To­des­zel­le in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, weil er an­geb­lich einen wei­ßen Po­li­zis­ten er­schos­sen haben soll. Abu-Ja­mal be­teu­ert seit­her seine Un­schuld, und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen haben ekla­tan­te Ver­fah­rens­män­gel im da­ma­li­gen Ge­richts­pro­zess auf­ge­deckt, die of­fen­sicht­lich auf ras­sis­ti­sche Hin­ter­grün­de zu­rück­zu­füh­ren sind. Wir schlie­ßen uns daher der welt­wei­ten So­li­da­ri­täts­kam­pa­gne an und for­dern ein neues, fai­res Ge­richts­ver­fah­ren für Mumia Abu-Ja­mal. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sind zu Recht stolz auf die äl­tes­te de­mo­kra­ti­sche Ver­fas­sung der Welt mit der Ga­ran­tie glei­cher Rech­te für Alle. Diese Vor­bild­funk­ti­on ver­pflich­tet aber zu einer äu­ßerst sorg­fäl­ti­gen und hu­ma­nen Wür­di­gung in jedem ein­zel­nen Fall. Der Rechts­grund­satz ?in dubio pro reo? (im Zwei­fel für den An­ge­klag­ten) muss na­tür­lich in ganz be­son­de­rem Maße bei der Ver­hän­gung der To­des­stra­fe gel­ten. Dar­über hin­aus for­dert der Münch­ner Stadt­rat selbst­ver­ständ­lich wei­ter­hin eine voll­stän­di­ge Ab­schaf­fung der To­des­stra­fe. Be­son­ders in be­freun­de­ten Staa­ten wie den USA ist diese Ent­schei­dung längst über­fäl­lig. -Unterschriften-

Dazu eine Pres­se­mit­tei­lung der Partei DIE LIN­KE: <a href="http://www.dielinke-muenchen-stadtrat.de" target="__blank">www.dielinke-muenchen-stadtrat.de


  • Köln: eigenwillige Aktion zur Umbenennung einer Straße in »Mumia-Abu-Jamal-Ring - Was sich gestern noch wie eine offizielle Umbenennung einer Hauptverkehrsstraße in »Mumia Abu-Jamal Ring« darstellte, hat sich einen Tag später als Fake erwiesen, der auf die bedrohliche Situation hinweisen soll, in der sich Mumia Abu-Jamal befindet. Die Kölner Initiative »Erinnerungskultur im öffentlichen Raum« läßt grüßen, und wir erinnern an eine ähnliche Aktion in Bremen 1998 - »Mumia Abu-Jamal Ring« in Köln - Ein Bericht auf Indymedia hatte vor wenigen Tagen suggeriert, in Köln habe eine »Bezirksvertretung« bereits »am 19.10.2009« beschlossen, eine »Hauptverkehrsstraße in Mumia-Abu-Jamal-Ring« umzubenennen. Da die amtliche Umsetzung aber habe auf sich warten lassen, sei die Initiative »Erinnerungskultur im öffentlichen Raum« zur Tat geschritten und habe die Umbenennung selber durchgeführt. Dazu gab es im Bericht das Foto eines Straßenschildes, das mit dem neuen Namen überklebt war. Wie wir mittlerweile wissen, ist das einzig »Offizielle« an diesem Vorgang nur die Überklebungsaktion und ein amtlich aussehendes Schreiben gewesen, das in Köln als Hauswurfsendung in Briefkästen gesteckt wurde. - »Mumia Abu-Jamal-Platz« in Bremen - 1998 gab es in Bremen eine vergleichbare Aktion, als der John-F-Kennedy-Platz im Zentrum der Hansestadt in »Mumia-Abu-Jamal-Platz« umbenannt wurde. Der Unterschied war, daß dies im Rahmen einer Kundgebung geschah, zu der mobilisiert worden war, und daß Fotos und Berichte über die Aktion danach an linke, alternative und bürgerliche Medien geschickt wurden. Es war also von Anfang an allen klar, daß es sich um eine rein symbolische Aktion handelte. - Legitim ist alles, was Öffentlichkeit über den drohenden Justizmord schafft - Wir halten beide Aktionsformen für legitim und wollen die Kölner Aktion nicht kritisieren, sind eher amüsiert darüber, daß wir selbst dem Indymediabericht aufgessessen sind und ihn zunächst für bare Münze genommen haben. Wichtig ist aber, wie das Beispiel der Resolution des Münchner Stadtrates zeigt, daß wir in den Gremien unserer Städte und Gemeinden, in denen wir oder befreundete Parteien und Stadtteilinitiativen ein Stimmrecht haben, auch für offizielle Resolutionen, Straßenumbenennungen (siehe Paris) und Ehrenbürgerschaften (siehe Paris und andere Städte in Frankreich, Italien etc.) oder Ehrenmitgliedschaften von Mumia Abu-Jamal in diesen Gremien sorgen, um ihn in seinem Freiheitskampf zu unterstützen und die generelle Abschaffung der Todesstrafe in den USA und weltweit zu fordern. (IVK Bremen, 5. November 2009)


  • AMNESTY INTERNATIONAL ZUM AKTUELLEN STAND DER TODESSTRAFENPRAXIS

Immer mehr Staaten lehnen die Todesstrafe ab, aber 58 Staaten von allen UN-Mitgliedsländern verhängen und vollstrecken die Todesstrafe immer öfter. Eine Bilanz von AI zum heuitegn Tag. Bitte hier lesen: <a href="http://www.amnesty.de/2009/10/8/tag-gegen-die-todesstrafe-2009" target="__blank">www.amnesty.de/2009/10/8/tag-gegen-die-todesstrafe-2009


  • REGINALD BLANTON, SEIT 1981 IM TODESTRAKT, SOLL AM 27. OKTOBER 2009 IN TEXAS HINGERICHTET WERDEN

Bitte unterstützt die Eingaben an die verantwortlichen Stellen! Wegen der Dringlichkeiten haben wir nur Informationen in englischer Sprache.Bitte hier lesen: www.myspace.com/freereggieb






  • Die Online Petition an den US-Justizminister Eric Holder wird inzwischen in vielen Ländern außerhalb der USA aufgegriffen. Sie befindet sich hier im Netz: www.iacenter.org/mumiapetition/

In deutscher Sprache steht die Petition hier im Netz. Dort kann auch sofort unterschrieben werden. Alle Unterschriften werden in die USA weitergeleitet. Am 12. November werden die Unterschriften in Washington DC beim Justizministerium abgegeben.


  • Der Schauspieler Rolf Becker besuchte Mumia im Todestrakt. Verschiedene Berichte zum Anhören gibt es hier



  • Außerdem erschien ein längeres Gespräch über diesen Besuch in der Tageszeitung Junge Welt - Der Titel lautet »Draußen fast nur Weiße, im Gefängnis meist Afroamerikaner«




Internet Blogs (kurze Auswahl):


  • Friedensnobelpreisverleihung 2009:

Nur Stunden nach der überraschenden Verleihung des diesjährigen Freidensnobelpreises an Barack Obama interviewte der unabhäüngige Fernsehsender DEMOCRACY NOW! den Sprecher des Osloer Nobel-Preis-Komitees. Neben Naomi Klein kam auch der Autor Tariq Ali zu Wort, der u.a. vorschlug, diesen Preis eher an Mumia Abu-Jamal oder Noam Chomsky zu verleihen. Auf ZMag erschien am 11.10.09 eine deutschsprachige Transkription der Sendung:



Individuelle Proteste:

  • Schreibt Mumia in den Knast, auch wenn ihr es schon vorher getan habt. Da sämtliche Post durch die Zensur geht, ist es eine "staatlich gezählte Protestübergabe" gegen die fortgesetzte Inhaftierung Mumias im Todestrakt. Alle wichtigen Details befinden sich hier mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#SchreibtMumia
  • Falls ihr nicht an den nächsten Solidaritätsabenden für Mumias Verteidigung teilnehmen könnt, spendet an Mumias Verteidigung, damit sie in dieser schweren Phase finanziell unterstützt werden. Sie arbeiten ohnehin seit 2003 ohne Honorar. Aber allein die Antragsgebühren und Reisekosten zu Mandantengesprächen und Gerichtsterminen sowie die Korrespondenz verlangen Summen, die in der Vergangenheit nicht über Spenden abgedeckt werden konnten.


  • Besorgt euch den Film "In Prison My Whole Life" (UK 2007, Regie: Marc Evans, OmU) und führt ihn anderen Menschen vor. Auch wenn die jüngsten Ereignisse in diesem Film natürlich fehlen, vermittelt er alle wesentlichen Hintergründe, die zu der politisch und rassistisch motivierten Verurteilung von Mumia Abu-Jamal führten.

Kontakt für den Film ist das Heidelberger Netzwerk gegen die Todesstrafe, zu erreichen über anna.schiff[at]t-online.de


Quelle: Berliner Mumia-Bündnis


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